Das heißeste Package des ersten Halbjahres in 2012 gastiert im Exhaus/Trier. War From A Harlots Mouth, As Blood Runs Black, Thy Art Is Murder, Bermuda (als Ersatz für I, The Breather) und der fast lokale Act aus Luxemburg An Apple A Day sind da um den Balkensaal zum Beben zu bringen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen An Apple A Day aus zeitlichen Gründen verpasst zu haben. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Luxemburger absolut hörenswert sind. Eindrücke gibt es bei: Facebook

Die erste Band an diesem Abend ist für mich also Bermuda, die mir bisher noch unbekannt waren. Ihr druckvoller Deathcore reißt das Publikum gleich mit und sorgt für Kopfschüttler. Textsichere Fans haben sich bereits vor der Bühne versammelt um die Band gebührend zu feiern. Technisch bieten Bermuda ganz großes Kino und heizen das Publikum perfekt an. Eine geforderte Zugabe wird ihnen durch den Veranstalter leider verwehrt. Dennoch ein gelungener Auftritt und eine Band, die man im Auge behalten sollte.

Weiter gehts mit Thy Art Is Murder. Auch die Australier können einige Fans vor der Bühne versammeln und werden entsprechend gefeiert. Jetzt kommt Bewegung ins Publikum und niemand steht still. Thy Art Is Murder prügeln sich durch ihr Set aus brutalem Deathcore und überzeugen auf ganzer Linie.

Nach ein paar kleinen, technischen Schwierigkeiten, Umbauarbeiten und einem kaputten Becken erklingen die ersten Töne von As Blood Runs Black. Die Deathcore Vorreiter wälzen gleich alles nieder und der Balkensaal bebt endgültig. Sing-A-Longs und ein gewaltiger Pit sind jetzt State of the Art. Dabei gibt sich die Band aus L.A. mehr als sympathisch und man spürt wie viel Spaß As Blood Runs Black an ihrer Musik haben. Es vergeht keine Sekunde in der Sänger Sonik Garcia die Menge nicht mit irgendwelchen Gesten animiert und anheizt. Ich habe As Blood Runs Black bisher immer nur in größeren Hallen gesehen, heute Abend beweisen sie, dass ihnen auch die kleinen Bühnen gut stehen. Technisch auf höchstem Niveau spielt die Band sich durch ein Set aus Songs von Allegiance und Instinct. Die Zuschauer nehmen dies dankend an und As Blood Runs Black verabschieden sich unter großem Applaus.

Die Headliner des Abends, War From A Harlots Mouth, sind an der Reihe. Dass die Berliner technisch und musikalisch in ihrer ganz eigenen Liga spielen, weiß man bereits seit 3 überragenden Alben. Live dürfte ich die Band bereits ca. 10 mal gesehen haben und auch heute Abend lässt sich ganz schnell erkennen: Es gibt Konzerte und es gibt War From A Harlots Mouth. Auch auf ihren Shows sind War From A Harlots Mouth einfach übertrieben gut und unvergleichlich! Mit einem für Stimmung sorgenden Bühnenbild und einem epischen Intro stürmt die Band die Bühne und ab dem Moment gibt es keine Kompromisse mehr: Die vertrackten Song-Brocken der Band werden technisch hochwertig und mit einer Perfektion inszeniert, die seinesgleichen sucht.

Mit unglaublicher Hingabe toppen War From A Harlots Mouth an diesem Abend alles! Sänger Nico definiert mit Stagedives und dauerhafter Präsenz vor der Bühne das Wort ‚Publikumsnähe‘ neu und der Balkensaal brennt restlos und endgültig. Wenn ein angekündigter Circle-Pit nicht ausgeführt wird, hilft die Band eben physisch nach. Niemand steht noch still. Nach einem grandiosen Set von Songs aus 7 Jahren Bandgeschichte inklusive einer Zugabe verabschieden sich War From A Harlots Mouth. Die Band hat an diesem Abend eindrucksvoll bewiesen, dass sie zu den stärksten der Szene und auch darüber hinaus zählt.

Eine der besten Shows im Exhaus der letzten 10 Jahre und ich hab sie (fast) alle gesehen!

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt.
Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können.
Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.