Walking Dead On Broadway - Aeshma
Bewertung:7.5
7.5Gesamtwertung

Der Dämon Aeshma gilt als Personifikation von Gier, Mord, Rausch und Zorn – und ist der Feind der Rinder. Dieser kleine Ausschwenk ins Altiranischen lässt nun einen die Fragen stellen ob Walking Dead On Broadway seinem Albumtitel mit ihrem Debüt schon gerecht werden kann. Immerhin hatten sie seit ihrer Gründung, im Jahr 2009, reichlich Zeit um an ihrem Deathcore Album zu schrauben.

Gleich nach dem düstern Intro startet der Track Illusions mit einem heftigen Breakdown, ohne vorwarnug beginnt das Album bei 100 und hält das Tempo fast komplett durch. Generell ist das Album von heftigen Breakdowns nur so gespickt, ergänzt durch ein Double-Bass-Gewitter und schnell Gitarren-Riffs, abgerundet durch tiefe Growls und hohen Screams. So weit so gut, typisch Deathcore also.

Dennoch ist es der Band gelungen durch geschickte Komposition und vor allem kleinen melodische Parts jedem Song eine Individuelle Note zu verpassen und nicht in den Einheitsbrei der meisten anderen Genrekollegen zu verfallen. Erschreckend mitreißend und groovig klingen einige Parts. Dabei wird aber immer die düstere Grundstimmung aufrecht erhalten, wenn nicht sogar intensiviert.

Nachdem man sich nun während den ersten 6 Tracks musikalisch wie durch den Moshpit gedroschen fühlt kehrt mit dem Titelsong Aeshma fast schon so etwas wie Ruhe ein. Beginnend mit langsamen Klavierklängen wird eine erfreuliche Abwechslung geschaffen. Sänger Robert hält sich hier sogar komplett raus und lässt die restliche Band im Vordergrund stehen.

Umso mehr wie ein Schlag ins Gesicht fühlt sich der folgende Song Sleeping Titans an. Zwar gewährt die Band einige wenige Sekunden, um sich wieder einzufinden, dennoch schlagen die Instrumente gleich wie eine Bombe ein. Man merkt einfach, dass sie ihre Erfahrungen, welche sie schon auf Zahlreichen Liveauftritten machen dürften, bei ihrem Debütalbum sehr geholfen haben.

Nach 10 Tracks und 33:44 Minuten ist der Spuk auch schon wieder vorbei und Walking Dead On Broadway entlässt einen wieder in die normale Welt, weg vom Düsteren. Man kann sagen was man möchte, technisch war das Ganze fürs erste Album astrein. Da steht die Band den größten etablierten Künstlern in keinster Weise nach. Walking Dead On Broadway haben einfach alles, was in ein Deathcore Album gehört reingepackt. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Mit geschicktem Spiel der gernretypischen Stilmittel haben sie es geschafft die Songs relativ Individuell klingen zu lassen. Neue, eigene Songelemente sucht man aber vergebens.

Somit haben sie es geschafft ein Werk zu schaffen, welches auf jeden Fall überdurchschnittlich gut, aber eben noch nicht perfekt und in seiner Gesamtheit nicht einzigartig genug ist. Das ist aber auch im Deathcore nur sehr schwer zu erreichen. Wie das Album live rüberkommt, werden sie in zahlreichen Konzerten demnächst zeigen können. Wir werden auf jeden Fall dabei sein und berichten.

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