Pity Sex – White Hot Moon

Pity Sex

Wem Tigers Jaw manchmal zu ruhig und süß sind, dem lege ich hiermit offiziell Pity Sex ans Herz. Denn die verbindet mit Tigers Jaw nicht nur das selbe Label, sondern auch der selbe Wechsel aus männlichen Vocals und einer zarten, weiblichen Stimme. Hinzu kommt ein grungiger Sound mit schmutzig klingenden Gitarren, der ein bisschen an das neue Basement-Album erinnert.

Im Gegensatz zu Tigers Jaw klingen Pity Sex allerdings weniger verspielt, sondern dunkler und zerbrechlicher. Je verzerrter und weiter entfernt der Gesang von Sänger Brennan Greaves rüberkommen, umso näher und zerbrechlicher klingt Gitarristin und Sängerin Britty Drake.

Pity Sex machen diese Musik, bei der man die Augen schließen und sich selig lächelnd im Kreis drehen möchte. Da wäre der schnelle „Bonhomie“, bei dem das auch durchaus in einem Schleudertrauma enden könnte, dann ist da aber auch noch der wabernde „What might soothe you“, bei dem das mit dem Im-Kreis-Drehen schon besser klappen dürfte.

Bei „Plum“ möchte man dann zwischenzeitlich einfach anhalten und sich auf den Boden schmeißen und weinen. Wer könnte bei einem solchen Inhalt schon fröhlich tanzen:

Es geht um die Mutter, die so gerne die reifen Pflaumen im Juni/Juli/August aß und den Vater, der sie immer gepflückt hat. Dann wird die Mutter krank und kann keine Pflaumen mehr essen …

Till she was too sick to eat.
Still at my childhood home.
The only home that I’ve known.
I spent her last few weeks there.
Watching her fade and wither.
I know what I should have done.
I should have buried those plums.
Somewhere they wouldn’t be found.
Let them turn pits in the ground.
So he wouldn’t have to watch them wilt too.
Cause My mother died in mid-June.

 

Nachdem dieser Stimmungskiller (nicht böse gemeint) vorbei ist, geht es mal schneller, mal ruhiger weiter. Immer mit dabei: Die ausgewogene Mischung aus Brennans und Brittys Stimmen und Stimmungen. „White Hot Moon“ klingt unaufgeregt romantisch und harmonisch und lässt sich einfach durchhören. Nicht das Highlight des Jahres, aber definitiv eine Empfehlung für Freunde ähnlicher Gruppierungen.

 

Pity Sex – White Hot Moon
Bewertung7
7Gesamtwertung

Über den Autor

In der Schule konnte man mich mit der Analyse von Musik jagen. (An dieser Stelle ein großes "Dankeschön" an Herrn Opel und Herrn Arndt. Danke für's Miesmachen.) Mittlerweile habe ich aber doch gemerkt, wie viel Spaß man mit dem Hören, Analysieren und Bewerten von Musik haben kann. Von mir gibt's die komplette Bandbreite: Von Folk über Pop-Punk bis hin zu Metal und Hardcore.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.