Northlane - Singularity
Bewertung7
7Gesamtwertung

Northlane ist eine Metalcore Band aus Australien. Ich wurde bereits beim ersten Album ‚Discoveries‘ auf die Band aufmerksam, obwohl die Platte mich damals nicht sofort packen konnte. Ich habe Northlane daher auch schnell wieder aus den Augen verloren. Sei es weil es einfach der falsche Zeitpunkt war oder in dem Moment andere Alben höheren Anklang bei mir fanden. Fest steht: Nach ausgiebigen Touren mit Parkway Drive, I Killed The Prom Queen oder auch In Hearts Wake und einem regelrechten Hype um den ersten Vorboten des neuen Albums mit dem Titel ‚Quantum Flux‘ zwingen Northlane mich ja fast zum Hinhören.

Die ersten Hördurchgänge hinterlassen den Eindruck als wäre ‚Singularity‘ ein Bastard gezeugt aus Emmure’s Groove und dem Style von For The Fallen Dreams. In manch epischen Momenten haben Underoath Pate gestanden. Es dürfte nicht verwunderlich sein, dass junge Bands, die sich zu genannten Bands entwickelt haben, sich auch hier und da ein Vorbild nehmen. Die Platte erscheint also zunächst wie ein Metalcore-Best-Of und doch wäre es nicht richtig Northlane einen ‚Kopie-Stempel‘ aufzudrücken, denn das würde dem Talent der Band nicht gerecht werden.

Im Grunde genommen machen Northlane vieles richtig: Bombastischer Sound, brutale Breakdowns, starke instrumentale Einlagen und eine unfassbare, stimmliche Bandbreite von Sänger Adrian. Und doch habe ich das Gefühl, dass sie manchmal zu viel wollen. Die Songs wirken stellenweise überladen von Effekten, Background-Gesang, überlappenden Growl-Einlagen und und und… Hier wird ein Druck aufgebaut, der dem Hörer nicht eine Sekunde lang Zeit lässt so richtig einzutauchen. Aber immer wieder blitzt das Besondere durch. Spürbares und hörbares Talent sozusagen.

Ich bin mir sicher, dass Northlane die Fähigkeit haben irgendwann eines der stärksten Metalcore Alben dieser Tage abzuliefern. Mit ‚Singularity‘ protzen sie schon mal mit ihrem Können und doch könnte alles etwas stimmiger sein. Wenn die Band es schafft sich etwas mehr auf einen eigenen Stil zu besinnen und großartigen Gesangseinlagen oder Melodien etwas mehr Freiraum und Zeit zum Entwickeln bietet, dann wird Album Nummer 3 ganz großes Kino.

Bis dahin ist ‚Singularity‘ allerdings alles andere als schlecht! Das hier ist ‚meckern‘ auf hohem Niveau. Songs, wie der genannte Vorbote ‚Quantum Flux‘ zeigen, dass Northlane unendlich viel Potenzial haben und das Album im Gesamten gibt einem viel zurück, wenn man bereit ist sich durch ein Wirrwarr an aufgepumpten Chaos zu kämpfen. Von daher: ‚Singularity‘ ist ein gutes Album – Aber da geht mehr!

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt.
Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können.
Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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