Diese Review wurde uns von Tim aus Stuttgart zur Verfügung gestellt, der Northlane, Carnifex, Heaven Shall Burn und Parkway Drive in München gucken war.

Das Zenith in München ist eine ehemalige Werkshalle für Eisenkonstruktionen, die für für große Veranstaltungen umgebaut wurde. So ist die Halle nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihren ehemaligen Zweck wie geschaffen für die vier Metalcore- / Deathcore-Bands, die am heutigen Tag dem Publikum einheizen wollen.

Northlane machen um 18:30 Uhr den Opener des Abends als Band, die – wie Parkway Drive – aus Australien den weiten Weg nach Europa angetreten sind. Nachdem der ehemalige Sänger Adrian Fitipaldes, auf Grund persönlicher und gesundheitlicher Probleme, ausgetreten ist, sind die Fans gespannt auf die Leistung des neuen Sängers Marcus Bridge, welcher sein Potenzial in der neuen Single „Rot“ bereits zur Schau gestellt hat. Freudig gespannte Stimmung macht sich breit, als das Intro „Genesis“ des jüngsten Albums „Singularity“ ertönt, doch schnell sondern sich die Sound-Perfektionisten in Richtung Tontechnik ab, da der Ton, unmittelbar vor der Bühne, etwas zu wünschen übrig lässt. Die darauffolgenden Lieder sind dem Publikum bekannt, welche bis auf „Rot“ vom eben genannten Album sind. Dabei fügt sich Marcus Bridge in das Gesamtbild der Band, als wäre er schon immer Sänger gewesen. Mit viel Hingabe und Können erfüllt der neue Vocalist seinen Job, allerdings ohne übermäßig auf das Publikum einzugehen, während sich dieses dennoch sehr schnell an ihn gewöhnt. Mit Mosh-Pits und viel Bewegung wird gezeigt, dass man viel vom neuen Sänger hält, aber auch, dass man bereit ist, am heutigen Abend alles zu geben. Nach einer etwas halbstündigen Setlist übergeben Northlane das aufgeheizte Publikum den nachfolgenden Bands.

Nach einer zwanzigminütigen Pause, mit Umbau und Soundcheck, geht es weiter mit Carnifex. Die Deathmetalband aus Kalifornien bringt mit den Liedern ihres neuen Albums „Die Withouth Hope“, aber auch mit Liedern aus älteren Alben, die Menge zu brodeln. Die Band bleibt während ihrer Show ganz ihrem Image treu und Sänger Scott Lewis erzeugt mit seinen Ansagen eine düstere Atmosphäre, die vom Publikum sehr gut aufgenommen wird, dabei ruft er häufig zu knochenbrecherischen Circle-Pits auf. Während die Fans sowohl die neuen, als auch die älteren Lieder feiern, bleibt einem auch als Nicht-Hörer von Carnifex nichts anderes übrig, als sich von den drückenden Double-Base-Passagen, sowie den heftigen Breakdowns, mitreißen zu lassen. Das der Sound auch hier ein wenig „matschig“ ist, stört dabei nicht. Man spürt, dass sich die Band nach ihren einjährigen Schaffenspause 2012/13 mehr als erholt hat. Ich möchte an dieser Stelle einen Fan zitieren, der nach dem Konzert mit mir sprach: „Am meisten haben mir heute Carnifex gefallen, obwohl ich die eigentlich gar nicht mehr so höre. Ich hab mich an frühere Konzerte zurückversetzt gefühlt. Geile Show.“ Das Set von Carnifex hatte eine Dauer von etwa vierzig Minuten.

Das eine der Headliner-Bands des Abends nun die Bühne betreten wird, wurde durch das quetschend eng stehende Publikum klar. Heaven Shall Burn sind als eine der wichtigsten deutschen Metalcore-Bands bekannt, was man hört und sieht. Frontmann Marcus Bischoff gelingt es durch viel Interaktion mit dem Publikum die Stimmung noch weiter anzuheizen und so hat die Band die Fans nach nur ein paar Liedern, wie „Voice of the Voiceless“ und „Combat“ völlig im Griff. Er erzählt von einer neu gefundenen Freundschaft mit den Jungs von Parkway Drive und leitet so nach fünf Songs eine Cover Version des Songs „Unrest“ ein.

Und plötzlich, ganz ohne Soundcheck, Umbau und Pause stehen Parkway Drive auf der Bühne. Das Konzept der beiden Headliner geht perfekt auf. Mit „Unrest“ hat man die restlichen Fans von Parkway Drive vor die Bühne gelockt, welche dann mit „Wild Eyes“ – einem absoluten Publikumsliebling – von Parkway Drive selbst begrüßt wurden. Während man sich nun völlig verausgabt bei Songs wie „Karma“, „Idols and Anchors“ und „Sleepwalker“ beginnt sich Heaven Shall Burn wieder bereit zu machen, um das auf hochtouren laufende Publikum wieder zu übernehmen.

Wie zuvor Parkway Drive selbst gecovert wurden, spielte die Band zu ehren von Heaven Shall Burn ein Cover des Liedes „The Weapon they Fear“, wonach diese dann für den zweiten Teil ihrer Setlist die Bühne betreten. Dieser Teil wird von Marcus Bischoff mit den Worten „Jetzt habt ihr euch genug ausgeruht!“ eigeleitet. Sie spielen härtere, schneller Lieder von älteren Alben – Publikumsfavoriten. Die Stimmung erreicht langsam ihren Höhepunkt. Doch auch nach ihrem epischen finalen Song „Endzeit“ bekommen die Fans keine Chance sich auszuruhen, denn vier Glockenschläge geben den beginn des Liedes „Dark Days“ an. Parkway Drive begeben sich für den zweiten Block ihrer Setlist und letzten Teil des Abends auf die Stage und pressen mit Liedern, wie „Home is for the Heartless“ und „Romance is Dead“ die letzte Kraft aus den Körpern ihrer Fans. Nach einem Aufruf zum Massen-Crowdsurfing für das letzte Lied „Carrion“ verlassen Parkway Drive die Bühne. Das Publikum ist erschöpft und zufrieden. Geile Show.

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