My Iron Lung - Relief
Bewertung:7.5
7.5Gesamtwertung

Beim Hören von Relief, dem ersten Longplayer von My Iron Lung, schleicht sich ziemlich schnell ein „Das erinnert mich an…“-Effekt ein. Man fühlt sich an Bands wie Defeater, Touché Amoré oder La Dispute erinnert und doch lohnt es sich zuzuhören.

Denn auch wenn die Band aus San Diego nicht von Originalität überzeugt, so liefern sie mit ihrem Full-Length-Debüt eine durchweg gute Platte ab, die gerade von Fans genannter Bands belauscht werden sollte. Zudem sind der Vergleich und die klar erkennbaren Parallelen zu genannten Bands für ein erstes Album durchaus als Kompliment zu verstehen.

My Iron Lung machen also grundsätzlich nichts falsch. Überzeugen können sie letztendlich durch facettenreiches und fesselndes Songwriting. Die Melodien sind packend, die Riffs treffend und der Gesang strotzt nur so vor Energie. Die beiden ersten Songs, Commonwealth und Conflict Of Interest sind so mitreißend, dass es an Wahnsinn grenzen würde, vor Ablauf der 25 Min. abzuschalten.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings bezüglich der Produktion, die einfach zu übersteuert ausgefallen ist und dadurch leider die starken Basslinien der Band nicht zur Geltung kommen lässt. In manchen Momenten zerbröseln tiefenlastige Passagen regelrecht und erreichen das Ohr nur noch in rauschender Form, was der Platte aber nicht ihre Intensität raubt.

Auch mit den zwei vorhandenen Leuten am Mikrofon hätte man cleverer spielen können. Für mich klingen beide Sänger in ihrem Stil und Stimme einfach zu ähnlich, so dass kaum auffällt, dass hier dual gewerkelt wird. Aber auch das grenzt an „Meckern auf hohem Niveau“.

Insgesamt ist Relief ein gelungenes Debüt, das von abwechslungsreichen Songs und fesselndem Songwriting überzeugt. Trotz der Ähnlichkeit zu anderen Bands, der nicht ganz perfekten Produktion und ein paar anderen Kleinigkeiten dürfen gerade Genre-Fans sich die Platte nicht entgehen lassen. Mit My Iron Lung wird in Zukunft sicherlich schwer zu rechnen sein!

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt. Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können. Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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