Miss May I - At Heart
Bewertung6
6Gesamtwertung

Miss May I brachten mit ‚Apologies Are For The Weak‘ frischen Wind in die Welt des Metalcore und legten mit ‚Monument‘ einen überzeugenden und durchaus noch besseren Nachfolger drauf. Beide Alben fanden großen Anklang und die Band definierte ihren komplett eigenen, abwechslungsreichen Sound in einem Genre voller Einheitsbrei. Das Wechselspiel aus von fetzigen Riffs dominierten Headbang-Passagen und melodischen Gesangseinlagen haben Miss May I definitiv nicht erfunden, jedoch durch kreatives Songwriting aufgewertet.

2 Jahre nach ‚Monument‘ erscheint das dritte Album ‚At Heart‘ und laut Sänger Levi Benton stammt das neue Werk der Band von ‚ganzen Herzen‘. Schon der erste Hördurchgang lässt der Aussage Benton’s Glauben schenken. Man hört ‚At Heart‘ die Detailverliebtheit an und spürt, dass Miss May I allemal den Vorgänger toppen und Fans zufrieden stellen wollten. Leider hört sich ‚At Heart‘ an, als wollte es die Band zu sehr.

Miss May I setzen zwar auf ihre altbekannte Formel und doch hört sich ‚At Heart‘ im Vergleich zu ‚Monument‘ gezwungen an. Die Leichtigkeit und der deutlich hörbare Spielspaß der Vorgänger ist verschwunden und es stellt sich die Frage ob der große Erfolg von ‚Monument‘ und weltweite Headliner-Touren zu hohen Druck auf die Band und den Schaffensprozess des Nachfolgers ausgesetzt haben.

Dabei macht die Band aus Ohio Vieles richtig: Die Produktion überzeugt mit einem satten Sound, technisch gibt es nichts zu meckern und man könnte ausnahmslos behaupten, dass Miss May I sich spielerisch und auch in Sachen Gesang auf ein neues Level gebracht haben – Doch irgendwie klingt die Platte belanglos. Herz und Seele sucht man auf ‚At Heart‘ vergebens und auch wenn Miss May I spürbar alles aufgefahren haben, was in ihrer Macht stand, so kommt das Album einfach nicht an ‚Apologies Are For The Weak‘ oder ‚Monument‘ heran.

Auf diesem Album haben Miss May I alles gegeben nur leider fehlt es ‚At Heart‘ in den entscheidenden Punkten. Es fällt einem nicht leicht diese Scheibe als durchschnittlich oder belanglos abzustempeln und doch haben Miss May I bereits bewiesen, dass es besser geht. Mit der Band ist nach wie vor zu rechnen aber ‚At Heart‘ werde ich vermutlich ‚überhören‘ und mich wieder dem großartigen ‚Monument‘ widmen.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt.
Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können.
Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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