24.01. Köln, Gebäude 9

Das Foyer und der Konzertraum des Gebäude 9 in Köln sind brechend voll. Über 400 Leute wollen heute Abend TURNOVER und CITIZEN sehen. Die Stimmung reicht von Neugierde bis hin zu enormer Vorfreude.

Eigentlich sollte das Konzert im Blue Shell stattfinden, zum Glück haben die Veranstalter ziemlich früh eingesehen, dass das viel zu klein gewesen wäre. Pünktlich um acht Uhr steht die Vorband NEWMOON auf der Bühne. Die Belgier sind gut gelaunt und können schon auf einen ordentlich gefüllten Konzertsaal herabblicken. Soundtechnisch ist die Band perfekt aufeinander abgestimmt, nichts ist zu dominant, nichts geht verloren. Für die meisten im Raum sind NEWMOON wohl eher ein unbeschriebenes Blatt, trotzdem bringen sie viele Köpfe und Körper mit ihren grungigen Dreampop-Alternative-Songs zum wippen.

TURNOVER kühlen das vorgewärmte Publikum wieder etwas ab. Weniger Körper wippen, dafür singen andere textsicher mit. Doch es sind nur diejenigen, die das neueste Album Peripheral Vision“ bereits auswendig kennen. Die Fans der älteren Songs kommen an diesem Abend leider nicht auf ihre Kosten. Die TURNOVER vor 2015 existieren auf diesem Konzert nicht. Trotzdem lässt die Band in ihren 45 Minuten Spielzeit keine schlechte Laune aufkommen. Denn auch wer kein großer Fan von Peripheral Vision“ ist, muss zugeben, dass Sänger Austin Getz einfach eine engelsgleiche Stimme hat und die Songs dieses eher eintönigen, dreampoppigen Albums gut rüberbringen kann.

Die Befürchtung, CITIZEN könnten die Songs von Youth“ ebenso konsequent ignorieren, wie TURNOVER alles vor Peripheral Vision“, hat sich direkt bei den ersten Tönen erledigt. Dank The summer“ tobt die Menge direkt beim Opener. Die Mischung aus alten und neuen Songs ist ausgeglichen. Mal picken sich die Amerikaner drei Songs aus Everybody Is Going To Heaven“ hintereinander heraus, nämlich Cement, „Numb yourself“ und „Stain“, dann folgen wieder Songs von Youth“. Diese Mischung lässt wohl das Herz jedes Fan höher schlagen. Auffällig ist aber, wie viel besser Sänger Mat Kerekes die neuen Tracks rüberzubringen vermag. Bei den älteren Songs wiederholt sich die Bitte: If you know the words, please help us out.“ Und diese Ansage ist Programm. Den härteren Schreigesang von Everybody Is Going To Heaven“ bringt er auch in den alten Tracks, den gefühlvollen Gesang gibt er an das Publikum weiter. Die lassen sich davon nicht abschrecken, sondern gehen fröhlich darauf ein.

Am Ende des Abends war es ein ziemlich guter Einstieg in das Konzertjahr 2016 mit drei starken Bands, die nicht nur gelangweilt abliefern, sondern sich auch selbst von ihm mitreißen lassen.

Über den Autor

In der Schule konnte man mich mit der Analyse von Musik jagen. (An dieser Stelle ein großes "Dankeschön" an Herrn Opel und Herrn Arndt. Danke für's Miesmachen.) Mittlerweile habe ich aber doch gemerkt, wie viel Spaß man mit dem Hören, Analysieren und Bewerten von Musik haben kann. Von mir gibt's die komplette Bandbreite: Von Folk über Pop-Punk bis hin zu Metal und Hardcore.

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