Lagwagon - Hang
Bewertung8
8Gesamtwertung

Kramt die aufgerissenen Jeans aus dem Schrank: Die Melodycore/Punk Veteranen unserer rebellischen Jugend des Mittelstands sind zurück! Lagwagon veröffentlichen fast 9 Jahre nach dem letzten Studioalbum ihre neue LP Hang und ich darf mich für fast 40 Minuten noch mal fühlen wie 13.

Schon damals als die Fat Music For Fat People Sampler aus dem Hause Fat Wreck hoch und runter liefen, während ich mich mit dem Skateboard das ein oder andere Mal hinlegte, erspielten sich Lagwagon einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Die eingängigen Melodien und knackigen Songs gingen ins Ohr und blieben bis heute. Wir waren so alternativ, so Anti-Radio, Anti-Alles! Anti-Charts! Lagwagon und Co. waren unser Soundtrack dazu.

Mittlerweile ist der charismatische Sänger Lagwagon’s, Joey Cape, nahe an der Grenze zur 50 – Doch kein bisschen müde! Hang ist der Beweis dafür, dass Lagwagon immer noch Feuer unterm Arsch haben. 12 flotte Songs, die alle ein bisschen nach den alten Hits klingen, dennoch Daseinsberechtigung haben. Messerscharfe und energiegeladene Riffs, angetrieben vom typischen Punk-Schlagzeug und überlagert von Cape’s besonderer Stimme bilden Highlights und Ohrwürmer ala Reign, Poison In The Well oder den Song für den verstorbenen Band-Freund Tony Sly (No Use For A Name) One More Song.

Was auffällt ist, dass Lagwagon Gitarren und Sound wesentlich rockiger ausfallen lassen als in der Vergangenheit. Manchmal sogar metallisch (Made Of Broken Parts). Back To The Motor League oder wie? Ne… Das waren andere Helden meiner Jugend. Passt aber trotzdem!

Lagwagon sind nach über 20 Jahren Bandgeschichte immer noch ein Original! Hang ist in einer Zeit in der Punk kaum noch ohne „Pop“ oder „Emo“ auskommt wichtig und gut. Nach meinem ersten Lagwagon Album vor gut 16 Jahren (Let’s Talk About Feelings) fühlt sich Hang vertraut an. Klare Empfehlung für „alte“ Fans – Aber auch jüngere Generationen dürften nicht enttäuscht sein!

Zerfetzt Eure Jeans – Packt die Rollbretter wieder aus!

 

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt.
Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können.
Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

Eine Antwort

  1. Yvonne

    Coole Review Steven!
    Hab das Album erst ein paar mal flüchtig gehört,
    passt aber vom ersten Eindruck her gut zu deiner Beschreibung 😉

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