In Flames, Papa Roach, Wovenwar, While She Sleeps… Woah! Was ein Line-Up! Das ist so gut, da muss man einfach die Hälfte verpassen.. Das haben wir natürlich zuverlässig geschafft, daher umfasst diese Review nur die Auftritte von Papa Roach und In Flames.

Da ich nie der große Papa Roach-Fan war und mich die Musik der Band generell nicht so richtig mitreißen kann, habe ich mich bei deren Auftritt noch etwas „ausgeruht“. Der Saal war gut gefüllt und die Menge in den vorderen Reihen extrem textsicher und bewegungsfreudig. Immer wieder wurde sie von Sänger Jacoby Shaddix angefeuert (in einer Art, die Anders Fridén später bei sich selbst als „Oh, that´s soo American“ bezeichnen wird), der einen sauberen, kraftvollen Auftritt hinlegte. Vom Rest der Band würde ich dies gerne ebenfalls behaupten, allerdings war der Sound (zumindest weiter hinten) so matschig, dass die einzelnen Instrumente nicht wirklich herauszuhören waren. Zur Song-Auswahl kann ich nicht sonderlich viel sagen, da mir nur das zum Schluss gespielte obligatorische Last Resort ernsthaft bekannt ist. Alles in allem glaube ich, dass der Auftritt den reichlich vorhandenen Fans der Band bestimmt Spaß bereitet hat, mir als „Außenstehendem“ hat sich die Band jedoch nicht so wirklich aufgedrängt.

Vorhang auf für den Headliner! Die ersten beiden Songs der aktuellen Platte stehen auch live am Anfang. In Flames geben sofort die Marschrichtung für den heutigen Abend vor. Der Sound ist schlagartig besser als bei Papa Roach und die Band zockt ihre Songs spielerisch exzellent aber trotzdem frisch herunter. Die gewohnt geniale, aber doch irgendwie dezente Lichtshow untermalt die Songs perfekt und setzt die Band in Szene. Auf die beiden Songs aus der „neuen“ In-Flames-Ära ab Ende der 2010er folgt mit Fear Is The Weakness, Trigger und Resin ein Block älterer Songs. Diesen Wechsel werden In Flames den kompletten Abend so durchziehen. Auf einige Songs der älteren Death-Metal-Ära folgen immer einige neuere und umgekehrt, wodurch ein stimmiger und homogener Mix entsteht und die anwesenden älteren Semester genauso ihren Spaß haben wie die junge Garde. Mit Liedern wie dem genialen The Chosen Pessimist nehmen In Flames ganz bewusst zwischendrin kurz die Geschwindigkeit raus um damit nur noch mehr Spannung aufzuladen, die sich dann in Songs wie Cloud Connected und The Mirror´s Truth wieder entladen kann. Zwischendrin sorgen die meist kurzen, wirklich lustigen und nie aufgesetzten Monologe von Sänger Anders Fridén für Unterhaltung. Unter anderem beendet er das (viel zu oft gehörte) „How are you doing tonight?“-„I can´t hear you!“-etc.-Spiel mit dem oben erwähnten „Oh, that´s soo American“, was die Situation für mich von einem „Och nee, nicht der Blödsinn“ ins genaue Gegenteil drehte und zahlreiche Lacher erntete. Nach gut anderthalb Stunden verabschiedeten In Flames sich dann nach einem extrem unterhaltsamen und musikalisch starken Auftritt leider ohne Zugabe, was die durchweg positiven Erinnerungen jedoch keineswegs schmälert.

Das Konzert wurde von einem Kamerateam des WDR Rockpalast gefilmt.
Only For The Weak ist bereits hier zu sehen, alle Auftritte des Abends werden am 24.11.2014 von 0 bis 2:30 Uhr im WDR ausgestrahlt.

Über den Autor

Ich habe im Rock-/Metal-Bereich mittlerweile eigentlich alle Richtungen durch. Angefangen hat alles mit Linkin Park, AC/DC und The Offspring, dann kam die große Liebe System Of A Down. Das Interesse an der harten Musik wuchs immer mehr, genauso wie die Haare. Die Klamotten wurden schwarz, genauso wie der Metal. Ich hatte nie Probleme Dimmu Borgir und Steel Panther direkt nacheinander zu hören und konnte schon immer mit fast allem im harten Rock-Bereich etwas anfangen. Irgendwann mussten die Haare dann ab, die Klamotten wurden wieder bunter und der Musikgeschmack immer Hard-/Metalcore-lastiger. Heute höre ich zum Großteil Musik aus dieser Richtung, bin aber allem anderen gegenüber weiterhin sehr aufgeschlossen.

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