Hey Ruin – Irgendwas mit Dschungel

Hey Ruin

Ganz schön viele Fragen stellen HEY RUIN auf ihrem Debüt „Irgendwas mit Dschungel“ ja schon. Es ist wie im echten Leben: Es gibt mehr Fragen, als es Antworten gibt. „Warum wird nur mir schlecht, wenn die Welt sich doch für alle dreht?“ oder „ist das noch Punk oder schon depressiv?“ sind nur zwei davon.

HEY RUIN, die zu ¾ aus der Band MNMNTS bestehen, machen stürmischen Emo-Punk auf deutsch. Wer sich also noch nicht an FJØRT, KMPFSPRT und ADAM ANGST sattgehört hat, sollte jetzt weiterlesen.
Auf „Irgendwas mit Dschungel“ findet sich viel Schlechtes. Damit meine ich nicht die Musik selbst, sondern den Inhalt der Texte. Der dreht sich nämlich um alles, was nervt, stört oder einfach Scheiße ist: Die übertriebene Konsumgesellschaft, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie. Und damit sind wir auch schon bei meinem Highlight auf „Irgendwas mit Dschungel“ angekommen: Den Texten. Sie schwanken zwischen offensichtlichen Meinungen, sogar Beleidigungen („Hemd offen“) und elegant verpackter Kritik. Textliche Highlights sind sowohl „Hemd offen“ mit LOVE A-Sänger Jörkk, das sich mit gegen Homophobie richtet („Und dass ihr immer gleich was sagen müsst, nur weil ein Mann den andern küsst …“), als auch der Opener „Schleuse“ und der Konsumwettrüst-Track „Tut das not“.
Zu den ausdrucksstarken Lyrics kommen warme, aber kratzige Gitarren. Nichts ist glattgebügelt, nichts beschönigt. Typische Muster lassen HEY RUIN bei „Basic Schutzinstinkt“ einfach hinter sich. Klingt der Song erst noch nach einem Ohrwurm, verliert sich die altbekannt Songstruktur im Laufe der 3 ½ Minuten.
Nach 8 Songs reiner Wut auf … eigentlich alles, treten HEY RUIN dann versöhnlich lächelnd auf den Hörer zu und sagen: „Alles wird gut“. Über sechs Minuten lang vermitteln sie das in „Arthur und die Diaspora II“ (das Video dazu könnt ihr euch übrigens weiter unten anschauen).

„Irgendwas mit Dschungel“ ist nicht nur voll von klugen, gesellschaftskritischen Texten, sondern auch musikalisch ziemlich abwechslungsreich und gelungen.

Hier könnt ihr HEY RUIN live sehen:

23.03 Wiesbaden – Schlachthof
25.03 Köln – AZ
26.03 Rheine – Trinkhalle
27.03 Hamburg – Rote Flora
28.03 Cottbus – Chekov
29.03 Prag – Café na půl cesty
30.03 Linz – Kapu
31.03 Wien – Venster99
01.04 Regensburg – Büro

Außerdem als Support von KMPFSPRT:
14.05 Osnabrück – Kleine Freiheit
15.05 Bremen – Tower

Hey Ruin - Irgendwas mit Dschungel
Bewertung8
8Gesamtwertung

Über den Autor

In der Schule konnte man mich mit der Analyse von Musik jagen. (An dieser Stelle ein großes "Dankeschön" an Herrn Opel und Herrn Arndt. Danke für's Miesmachen.) Mittlerweile habe ich aber doch gemerkt, wie viel Spaß man mit dem Hören, Analysieren und Bewerten von Musik haben kann. Von mir gibt's die komplette Bandbreite: Von Folk über Pop-Punk bis hin zu Metal und Hardcore.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.