Heart In Hand - Almost There
Bewertung9
9Gesamtwertung

Heart In Hand haben bereits mit ‚Only Memories‘ auf sich aufmerksam gemacht und seinerzeit ein mitreißendes Melodic Hardcore Album abgeliefert. ‚Almost There‘ heißt das neue Werk der Band aus Bournemouth/South Hampton, UK und ließ zunächst auf sich warten. Während bereits Anfang des Jahres Leaks im Internet auftauchten, konnte die Band das, von mir wirklich heiß ersehnte Album, erst im Mai offiziell releasen. Technische Probleme oder so was in der Art waren der Grund. Sei es drum – ‚Almost There‘ liegt endgültig in den Regalen gut sortierter Hardcore-Plattenläden (Gibt es so was überhaupt noch?) und mit Sicherheit auch in den Plattenspielern vieler Fans da draußen…

…denn Hand aufs Herz: Ich kann nicht der Einzige gewesen sein, der von ‚Only Memories‘ begeistert war. Heart In Hand haben sich mit ihrer ersten LP doch regelrecht zum allseits bekannten Geheimtipp gemausert. Die gute Nachricht für alle, die ‚Only Memories‘ liebten vorweg:

‚Almost There‘ schließt genau dort an, wo der Vorgänger aufhörte. Ein nahezu episches und verträumtes Intro lässt den Hörer melodisch in diesen altbekannten Heart In Hand Sound eintauchen. Es fühlt sich fast wie ’nach Hause kommen‘ an und findet mit dem Titeltrack einen wundervollen Höhepunkt für den Einstieg in diese LP. Das darauffolgende ‚Home/Sick‘ war ja bereits ein Vorbote des Albums und doch wirkt es im Kontext des Gesamtwerks noch mal viel stärker und stimmiger. Ohnehin präsentieren sich Heart In Hand auf diesem Album sehr stimmig und schaffen eine unfassbare, atmosphärische Dichte.

Der starke Mittelteil weiß, wie ohnehin das ganze Album, durch nachdenkliche und greifbare Lyrics, verpackt in kraftvollem Sound zu überzeugen und setzt mit großartigen Gast-Sängern dem Ganzen noch die Kirsche auf das Sahnehäubchen. Das brutale Geshoute von James Leatherbarrow von Death Of An Artist in ‚Cuts And Bruises‘ passt genauso wie die Faust aufs Auge, wie auch der Gesang von Mikey Chapman und Sam Douglas (Mallory Knox) im darauffolgenden ‚Maybe‘. WOW kann ich da nur sagen!

Und auch im letzten Drittel schwächeln Heart In Hand nicht eine Sekunde. Stimmig bis zum Ende schlägt man sich durch unglaublich starke Songs und auch hier muss der Gast-Auftritt im Song ‚Broken Lights‘ erwähnt werden: Dani Winter Bates von Bury Tomorrow gibt sich die Ehre und ich finde es durchweg großartig wie treffend Heart In Hand Bates‘ Geshoute in ihrem Sound verarbeiten. Das gehört zusammen! Das ist nichts Gekünsteltes oder Erzwungenes – Das ist Perfektion und, wie die zuvor erwähnten Gast-Sänger, ein absoluter Gewinn für ‚Almost There‘.

Heart In Hand haben Melodic Hardcore auch mit ‚Almost There‘ nicht revolutioniert. Das müssen sie auch gar nicht! Dafür ist ‚Almost There‘ das harmonischste Album, das ich seit Ewigkeiten hören durfte. Hier stimmt alles. Verträumte Melodien entführen den Hörer sanft wie brutal in eine ganz eigene Welt voll Melodie, Hoffnung, echten Gefühlen und einem ganz eigenen Sound, den Heart In Hand mit ‚Almost There‘ gefestigt und verfeinert haben. Dabei hat diese LP keinen schwachen Song, keine Ausfälle, keine Peinlichkeiten.

Für mich eines der stärksten Alben dieses Jahr und vielleicht auch darüber hinaus.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt. Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können. Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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