Hand Of Mercy - Resolve
Bewertung:7
7Gesamtwertung

Australien. Unendliche Weiten, Kängurus, Ayers Rock und… Metalcore?! So verlässlich wie die Abfolge von Tag und Nacht produziert der rote Kontinent Hard- und Metalcore Acts von hohem Kaliber. So weit, so groß die Fußstapfen von Vorbildern wie Parkway Drive, I Killed The Prom Queen oder Miles Away an denen sich Hand Of Mercy messen lassen müssen. Das zweite Album der Band aus Sydney schlägt schon mal in die richtige Richtung, überzeugt aber nicht auf ganzer Länge.

Resolve ist das erste Album mit neuem Sänger, Nick Bellringer. Fans der soliden Vorgänger-LP Last Lights müssen eventuell mit Bellringer’s Shouts warm werden aber wie man es dreht und wendet: Der neue Mann am Mikro macht einen guten Job und passt perfekt ins Bild.

Mit Resolve haben sich die Australier grundsätzlich nicht verändert. Hand Of Mercy haben immer noch einen satten, schweren Sound, der von brechenden Riffs überlagert wird. Hand Of Mercy’s Metalcore mit Hardcore-Basis erinnert positiv an die Anfangszeiten eingangs erwähnter Vorbilder. Während Parkway Drive mit dem Debüt Killing With A Smile bis zum Schluss mitreißen und begeistern konnten, geht Resolve auf Dauer jedoch die Puste aus.

Das Hand Of Mercy gleich zu beginn kompromisslos lospreschen und auf gesamter Albumlänge dem aufgesetzten Klargesang-Zwang entkommen, ist heutzutage eine gern gehörte Ausnahme im Metalcore. Spannendes und abwechslungsreiches Songwriting klingt jedoch anders. So überzeugen Hand Of Mercy mit gewaltiger Power und brutalen Breakdowns, können allein dadurch aber nicht bis zum Schluss fesseln. Hat man die Vorab-Songs von Resolve bereits gehört, kann man problemlos auf das gesamte Album schließen.

Resolve geht vollkommen in Ordnung. Die Schuhe von Parkway Drive und Co. sind noch ein paar Nummern zu groß für Hand Of Mercy, dennoch sollte man die Band im Auge behalten. Wenn mit Album Nr. 3 Sänger und Band miteinander verwachsen sind und ein eigenständiger Stil gefunden wurde, haben Hand Of Mercy das Potenzial einen dicken Schuh daraus zu machen. Bis dahin ist Resolve eine nette Scheibe für zwischendurch.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt. Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können. Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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