Feed The Rhino - The Sorrow And The Sound
Bewertung6.5
6.5Gesamtwertung

Feed The Rhino sind eine Band aus England, die man musikalisch irgendwo zwischen Kvelertak, Rage Against The Machine und Deftones verorten kann.

Der aktuelle Longplayer der Band nennt sich The Sorrow and the Sound und ist das dritte Studioalbum von Feed The Rhino. Ein kurzes Gitarrenintro leitet das Album ein und mit New Wave bekommt man sofort ein ordentliches Brett serviert. Der extrem räudige Gesang von Sänger Lee Tobin erinnert stark an Kvelertak wie auch die Tatsache, dass der komplette Song ohne Klargesang auskommt und im Refrain einige Gangshouts für Abwechslung sorgen. Dies ändert sich jedoch im Laufe des Albums. Die Refrains sind fast immer clean gesungen und melodisch, was dem Album etwas Druck und Antrieb nimmt, dafür aber für etwas Abwechslung sorgt. Trotzdem wirkt das Album auf mich in weiten Teilen gleichförmig, da Feed The Rhino diese Kombination in nahezu jedem Lied auf die gleiche Weise einsetzen und sich die Songstrukturen sehr ähneln. Die Strophen sind quasi durchgehend geschrien, während die Refrains auf relativ langsam gesungene Melodien setzen und ab und an werden Gangshouts eingestreut. Die Melodieführung und das Gitarrenspiel wirkte auf mich beim ersten Hören zu Beginn des Albums noch unkonventionell und vielseitig, da der Klargesang doch ab und an an die Deftones und das Gitarrenspiel leicht an Rage Against The Machine erinnert. Jedoch durchblickt man nach spätestens ein bis zwei Durchläufen das Grundkonzept dieses Stils.

Was vor allem an RATM erinnert, sind die sehr politischen Texte, welche sich vor allem als sehr rebellisch und fortschrittsbejahend beschreiben lassen. Diese Band macht sich ganz eindeutig Gedanken und sieht den Gesang nicht einfach nur als zusätzliche Soundspur. Diesen Eindruck vermittelt auch das Plattencover, auf dem ein junges Mädchen mit finsterer Miene zu sehen ist. Anstatt Haare hat das Mädchen am Hinterkopf Zahnräder und Schornsteine, die als Metapher dafür gesehen werden können, dass das Hirn des Mädchens arbeitet.

Mit all dem will ich keinesfalls sagen, dass Feed The Rhino ein musikalisch schlechtes oder langweiliges Album abgeliefert haben. Dadurch, dass der Stil schnell zu verstehen ist und die Songs meistens doch ordentlich treiben (exemplarisch sei hier noch einmal New Wave genannt), zünden diese auf Konzerten und Festivals unter Garantie. Die Platte ist wirklich nicht übel, aber über einen längeren Zeitraum kann sie mich nicht begeistern. Dazu sind die genialen Momente, mit denen mich New Wave sofort begeistern konnte, zu rar gesät und alles ist zu vorhersehbar. Ich habe bei diesem Album nie das Gefühl gehabt, beim x-ten Durchlauf immer noch etwas Neues entdecken zu können, sondern war sehr schnell satt.


Feed The Rhino – Give Up on MUZU.TV.

Über den Autor

Ich habe im Rock-/Metal-Bereich mittlerweile eigentlich alle Richtungen durch. Angefangen hat alles mit Linkin Park, AC/DC und The Offspring, dann kam die große Liebe System Of A Down. Das Interesse an der harten Musik wuchs immer mehr, genauso wie die Haare. Die Klamotten wurden schwarz, genauso wie der Metal. Ich hatte nie Probleme Dimmu Borgir und Steel Panther direkt nacheinander zu hören und konnte schon immer mit fast allem im harten Rock-Bereich etwas anfangen. Irgendwann mussten die Haare dann ab, die Klamotten wurden wieder bunter und der Musikgeschmack immer Hard-/Metalcore-lastiger. Heute höre ich zum Großteil Musik aus dieser Richtung, bin aber allem anderen gegenüber weiterhin sehr aufgeschlossen.

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