Expire - Pretty Low
Bewertung9
9Gesamtwertung

Expire haben bereits mit Pendulum Swings in 2012 Ärsche aufgerissen. Diese Band ist, was lange gefehlt hat: Ein authentischer Brocken Hardcore, der keine Gefangenen macht. Pretty Low ist die zweite LP der Band aus Milwaukee und wurde von Defeater’s Jay Maas produziert.

Wir haben also einen Vorgänger, der für übermäßig viel Aufsehen gesorgt hat, einen Produzenten, der quasi ein Garant für soliden Sound ist, ein Label, das bereits Legendenstatus hat und eine Band, die live alles niedermetzelt und nicht zuletzt deshalb als das nächste, große Hardcore-Ding gefeiert wird. Was für eine enorme Erwartungshaltung!

Bereits nach den ersten Minuten von Pretty Low wird klar, dass diese Erwartungen Expire am Allerwertesten vorbeiziehen. Die Band zieht weiter ihr Ding durch und tut, was sie am besten kann. Pretty Low macht genau dort weiter, wo das Pendulum aufhörte zu schwingen. Und doch wurden sämtliche Regler noch weiter nach oben geschraubt: Die Riffs sind weiterhin eingängig aber noch mächtiger, der Bass grooved ordentlich und noch eine Stufe tiefer und die Shouts von Josh Kelting keifen so angepisst durch die Boxen, dass man einen Antrag beim Duden stellen will um für das Wort „Wut“ als Beispiel „Expire“ nennen zu lassen.

Ohnehin klingt diese Band so fies angepisst wie keine Zweite. Dabei wirken Expire authentisch und in keiner Sekunde aufgesetzt. Verpackt wird das Ganze in ein solides, ehrliches Hardcore-Songwriting, das ebenfalls gegenüber dem Vorgänger stärker und wortgewaltiger geworden ist.

Für mich sind Expire eine der ganz besonderen Hardcore Bands der Neuzeit. Live ein absolutes Brett! Pretty Low wird sämtlichen Erwartungen gerecht.

 

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt.
Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können.
Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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