Every Time I Die - Ex Lives
Bewertung9
9Gesamtwertung

Hattet Ihr je das Gefühl ein neuer Mensch zu sein? Bereits ein paar Leben hinter Euch gelassen zu haben, in denen Ihr einfach ein Arsch wart und Karma Euch bestraft hat, bis Ihr den rechten Weg gefunden habt? Genau diese Gedanken sind es, die Frontmann Keith Buckley von Every Time I Die in ‚Ex Lives‘ verarbeitet. Ganz recht: Every Time I Die sind verdammt noch mal erwachsen geworden. Technisch und auch lyrisch war die Band das eh und je, doch fanden sich immer einige ‚Unterhaltungssongs‘ auf den Vorgängeralben. Nicht so auf Album Nummer 6.

Und auch wenn Every Time I Die, wie erwähnt, schon immer ein hohes technisches Niveau an den Tag gelegt haben, ist das, was die Instrumental-Abteilung auf ‚Ex Lives‘ abliefert ebenfalls allen Vorgängern entwachsen. Der neue Drummer Ryan Leger bringt frischen Wind in die Band, während die Gitarren einfach nur überdimensional geil klingen. Ich weiß nicht wie man das sonst umschreiben soll. Vorbei die Zeit der großen, geschwollenen Worte in CD-Reviews: Dieses Teil ist geil!

Was bei Parkway Drive schon unglaublich gut funktioniert hat, funktioniert auch hier: Tool’s Super-Produzent Joe Barresi wagt sich wieder in die Welt des Cores und verpasst auch Every Time I Die einen brutal rauen, stumpfen und niederwälzenden Sound und schafft es dabei trotzdem den hohen Wiedererkennungswert der Band aufrecht zu erhalten. Das ist ganz großes Kino!

Ansonsten bleibt alles beim Alten – Nur eben noch besser: Die Band zeigt sich experimentierfreudig im Einsatz abgedrehter Instrumente (Banjo-Solo in ‚Partying Is Such Sweet Sorrow‘), zelebriert das Chaos aber gleichzeitig auch den Metal und Stoner Rock. ‚Ex Lives‘ ist laut, brutal und macht übertrieben viel Spaß, obwohl es viel ernster ist als die Vorgänger-Alben. Wer hier nicht hinhören will ist selbst schuld.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt. Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können. Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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