Drawing Circles – Sinister Shores

Drawing Circles

Alle Welt feiert ANNENMAYKANTEREIT und die außergewöhnliche Stimme von Hennig May. Aber ganz ehrlich muss man sagen, dass die auf Dauer langweilig ist. DRAWING CIRCLES-Sänger Vincent zeigt, wie man eine außergewöhnliche, raue, tiefe Stimme vielseitiger einsetzen kann.
Auf dem Debütalbum der Bonner Band, „Sinister Shores“ zeigt sich nämlich eins: Vincent kann seine Stimme besser einsetzen, als May. Er singt nicht nur geradeheraus, sondern flüstern, haucht und brüllt schon fast. Zu diesem wunderschönen und tieftraurigen Gesang gesellt sich ein ruhiger Sound gespielt von Sebastian und Aaron.

Direkt zu Beginn von „Sinister Shores“ stellt sich eine Traurigkeit ein, die sich bis zum Ende des Albums nicht legen will. Diese Bedrücktheit entsteht einerseits durch den besagten Gesang, der den Hörer in die Tiefen der Traurigkeit mitreißt, zum anderen durch die leidenden Texte. Zwischenzeitlich stellt sich bei „Blur“ der sogenannte Carpenter-Effekt ein (ja, ich habe ich der Uni aufgepasst), man möchte sich räuspern, weil die Stimme von Vincent so rau und kratzig klingt, dass man das Gefühl hat, man wäre selbst heiser.
Im folgenden „Interlude“ ist die Zeit da, kurz die Stimme zu ölen. Dann geht es weiter mit dem sphärischen „Isolated“, meinem persönlichen Lieblingstrack. Wie schon beim Einstiegstitel „Sinister shores“ könnte man hier einen leichten THE XX-Einfluss vermuten. Die Single „Little lies“ (Video weiter unten) ist wohl fast der fröhlichste Song und ein kleiner Ohrwurm. „Sleepless“ ist der Höhepunkt der Bedrücktheit. Wie unter Tränen singt Vincent hier, was bei anderen vielleicht aufgesetzt und einfach ätzend gewirkt hätte, bringt hier nichts als Gänsehaut hervor.

Nach mehrmaligem Hören wird „Sinister Shores“ trotz der ruhigen Gangart nicht langweilig. Es ist gefühlvoll, tieftraurig und einfach schön. Liebe DRAWING CIRCLES, ein tolles Debüt habt ihr da hinbekommen. (EAT THE BEAT MUSIC/ROUGHTRADE)

 

Drawing Circles - Sinister Shores
Bewertung9
9Gesamtwertung

Über den Autor

In der Schule konnte man mich mit der Analyse von Musik jagen. (An dieser Stelle ein großes "Dankeschön" an Herrn Opel und Herrn Arndt. Danke für's Miesmachen.) Mittlerweile habe ich aber doch gemerkt, wie viel Spaß man mit dem Hören, Analysieren und Bewerten von Musik haben kann. Von mir gibt's die komplette Bandbreite: Von Folk über Pop-Punk bis hin zu Metal und Hardcore.

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