Defeat The Low - A Nervous Smile
Bewertung:7
7Gesamtwertung

Frischer Wind bei Rise Records. Hätte man in der Vergangenheit sicher darauf wetten können, eine Band des Labels am Sound zu erkennen, sorgt die Plattenschmiede in letzter Zeit für eine abwechslungsreichere Diskographie. Neben Bands wie PVRIS oder Issues würde man auch Defeat The Low anhand der Art ihres Schaffens nicht gleich dem Label von CEO Craig Ericson zuordnen. Und siehe da: Der Mann hat sogar noch mehr mit dem Zugewinn an Stilen für sein Label zu tun, als man denkt. Denn, niemand Geringeres als er selbst bedient die Klampfe bei Defeat The Low.

Mit A Nervous Smile liefert die Band aus Portland, Oregon ihr Debüt ab und wie man es von Rise Records gewohnt ist, klingt das Ganze satt, kraftvoll und sauber produziert. Mit dickem, fetzigen Sound im Rücken prügelt die Band sich durch 11 Stücke und weiß durchaus mitzureißen. Starke, emotionale Stücke wie Swordfish oder Aurora Avenue erinnern dabei lose an die aktuelle Welle aus Hardcore / Neo-Grunge Bands und zeigt die Band von ihrer, meiner Meinung nach, stärksten Seite. Clarity und Turn To Hate klingen positiver und poppiger, während Simple City wieder zurück zur Dramatik geht. American Made geht zwischendurch so sehr nach vorne, dass man fast von Hardcore-Einlagen sprechen möchte, während Harbor wie eine intensive, erwachsenere Version von College-Rock klingt.

Worauf ich hinaus möchte: Es ist schwer zu bestimmen, in welche Richtung A Nervous Smile gehen soll. Defeat The Low möchten gerne eine Rock-Band sein, feiern aber auch die ersten Emo-Bands der 90er Jahre als eindeutige Vorbilder und sind auch nicht abgeneigt von Pop-Punk-Klängen. Eventuell will die Band hier zu viel, da durch die extrem unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Songs ein roter Faden fehlt, der das Album als Gesamtes zusammenhält. Mit einem stimmigen Gesamtkonzept für ein Album würden Defeat The Low in jedem Fall glänzen.

A Nervous Smile ist ein gutes Debüt einer Band, die sich noch finden muss! Auf der Platte befinden sich 10 einzelne, starke Songs und ein Interlude. Für ein stimmiges Gesamtkonzept hat es diesmal noch nicht gereicht und doch lassen Defeat The Low Potenzial erkennen. Man darf gespannt sein, was da noch kommt.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt. Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können. Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.