Confession - The Long Way Home
Bewertung7
7Gesamtwertung

Confession haben sich ja bereits mit ihrem starken Debut ‚Can’t Life, Can’t Breathe‘ und einer Tour im Vorprogramm von Bury Your Dead und For The Fallen Dreams hierzulande einen Namen gemacht. Ohnehin lohnt es sich ein Ohr auf Michael Crafter’s Projekte zu werden, denn abgesehen von der Teilnahme an der australischen Ausgabe von Big Brother steht dieser Herr für hohe Qualität – Egal ob als Original-Sänger von I Killed The Prom Queen oder als Tour-Shouter von Carpathian und Bury Your Dead.

Mit ‚The Long Way Home‘ liegt das dritte Output und somit der Nachfolger vom 2009er ‚Cancer‘ vor und was sich beim Vorgänger schon angekündigt hat, setzen Confession hier fort: Es wird gesungen. Teilweise ist der Klargesang als Element bei vielen Metalcore Bands ja nicht mehr wegzudenken, doch während z.B. For The Fallen Dreams oder auch zuletzt Caliban vorgemacht haben, wie man klaren Gesang perfekt in brutale, metallastige Songs einfließen lässt, schwächeln Confession hier auf ganzer Linie. Die klaren Passagen wirken extrem aufgesetzt und passen absolut nicht zum harten Sound der Band und dem aggressiven Geshoute von Michael Crafter. Da hat mir Crafter zusammen mit Jona Weinhofen bei I Killed The Prom Queen um Längen besser gefallen!

Doch auch wenn der Klargesang auf ‚The Long Way Home‘ wie ein nicht entfernbarer Eiterpickel wirkt, der einfach das Gesamtkonzept des Gesichts zerstört, gibt es glücklicherweise nur einen wirklich schlechten Song: Piece By Piece äußert sich als Totalreinfall, bei dem der Gesang so sehr in den Vordergrund gerückt wurde, dass man sich als Hörer schon mal fragen darf ob sich da eine Pop-Punk Band auf das Album gemausert hat um den sonst wirklich starken Sound und die dichte Atmosphäre der Platte zu zerstören. Nichts gegen Pop-Punk – Aber bitte nicht in solch einem Kontrast.

Doch genug der Kritik, denn es gibt auch viel Gutes zu berichten! So haben Confession auch bei diesem Album Crafter’s allesvernichtendes Geshoute und eine überaus satte Produktion auf der ‚Haben-Seite‘. Song für Song wird hier explosiver Mosh-Core geboten, der einem so derbe ins Maul haut, dass die Zähne im Allerwertesten Klavier spielen. Dabei ist die Band alles andere als oberflächlich. Die Songs strotzen vor Intensität, krachen punktgenau zum richtigen Zeitpunkt und sind sehr abwechslungsreich.

Beim Songwriting und den Songstrukturen zeigt sich die Band detailverliebt und beweist, dass hier erfahrene Leute am Werk sind. Technisch befindet man sich bei diesem Output ohnehin auf höchsten Niveau und man kann nicht behaupten, dass ‚The Long Way Home‘ kein Spaß macht.

Halten wir fest: Das Teil ist hochwertig, tiefsinnig und atmosphärisch. Michael Crafter ist gewohnt überragend, der für den Klargesang zuständige Bandkollege leider nicht. Confession haben technisch einen großen Schritt gemacht und als Metalcore Fan lohnt sich die Scheibe in jedem Fall.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt.
Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können.
Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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