Chelsea Grin - My Damnation
Bewertung9
9Gesamtwertung

Bereits letztes Jahr haben Chelsea Grin mit Desolation Of Eden für Aufsehen und frischen Wind in der Welt des Deathcore gesorgt. Die vertrackten Song-Strukturen, die krass kreischende Stimme und auf der anderen Seite tiefen Growls von Sänger Alex und die sauber in Szene gesetzten Breaks waren in der Art alles andere als Standard und brachten Chelsea Grin ganz schnell auf den Plan entsprechender Musik-Anhänger.

Das neue Album der Band aus Salt Lake City wurde My Damnation getauft und entpuppt sich gleich in den ersten Sekunden als fiese Bestie. Der Opener The Foolish One beisst, keift und sticht. Alex Vocals erinnern an ein aufgespiestes Schwein, das nach dem Gang in die Hölle den direkten Weg auf diese LP gefunden hat. Seine Growls sind schön brutal und tief. Dieser Mann ist absolut wandlungsfähig.

Die Instrumental-Abteilung zeigt gleich in diesem Song zu was Chelsea Grin fähig sind: Hart, schnell, facettenreich und vor kleinen, liebevollen Details nur so strotzend arbeitet man auf das Finale hin – Ein sich perfekt anschleichender Break bei dem der Sound an eine aufgewühlte Elefanten-Herde mit bluttriefenden Stoßzähnen erinnert. Die Vocals an dieser Stelle sind authentisch, mehr als Fies und einfach nur überragend!

Jedem weiteren Song dieser Platte könnte ich die gleiche Aufmerksamkeit wie dem Opener widmen. Alle hätten sie es verdient, denn was Chelsea Grin hier geschaffen haben ist mehr als nur eine Veredelung des eigenen Stils – Es ist das Finden und Feiern einer ganz neuen Art von Deathcore. Dabei muss man bei Chelsea Grin, schon jetzt bei Album Nummer 2, von der Champions League sprechen! Technisch brillant prügelt sich die Band auch durch Everlasting Sleep und Behind A Veil Of Lies bis man mit Kharon ein instrumentales Highlight schafft, das die Atmosphäre der Platte noch mal auf den Höhepunkt schraubt bis dann mit dem Titeltrack My Damnation sämtliche überlebenden Gefangen zerstückelt werden!

Was für ein Monster von Song – Ich würde fast so weit gehen und sagen, dass man hier dem Deathcore Track der letzten 10 Jahre lauschen darf. Der Break in diesem Stück ist so finster und brutal, dass es einem die Eingeweide zum Erschüttern bringt. Auf ähnlichem Niveau setzt man dieses Album fort bis zum grandiosen Finale mit Whitechapel’s Philip Bozeman als Gastsänger. Unglaublich was sich hier abspielt!

Wer sich von diesem Werk nicht in den Bann ziehen lässt, der hat es einfach in seiner komplexen Gesamtheit noch nicht verstanden, denn eine Sache steht fest: Chelsea Grin sind in keiner Weise leichte Kost. Wer sich My Damnation aufopferungsvoll hingibt wird dafür aber mächtig belohnt, wenn sich das Album nach mehrmaligem Hören von der wildgewordenen Drecksau zum vollendeten Raubtier entwickelt.

Was wurde Deathcore in diesem Jahr schon mit großartigen Alben geschmückt. Dieses hier steht meiner Meinung nach ganz oben – Noch vor den Releases von All Shall Perish, Carnifex, Suffokate und Suicide Silence. Ich würde gerne, im Hinblick darauf, dass Deathcore fast nicht perfekter sein kann, die Bestnote zücken, möchte aber auch Platz für Steigerungen lassen.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt. Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können. Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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