Carpathian - Wanderlust
Bewertung8
8Gesamtwertung

Vorweg: Wanderlust ist wie eine Fortsetzung zu Isolation. Carpathian bleiben dem Stil des Vorgängers treu und scheinen sich endgültig von Nothing To Lose verabschiedet zu haben. Wanderlust grooved, hat einen drückenden, düsteren Sound und bietet keine Überraschungen – Dafür jedoch gewohnt tiefsinniges und hochwertiges Material.

Mit dieser EP liegt der Beweis vor, dass Carpathian sich für einen Stil entschieden haben und sich mit der aktuellen Richtung wohl fühlen. Wo man mit Isolation noch große Schritte wagte, verfeinert man mit Wanderlust das Vorhandene. Technisch merkt man Carpathian ausgiebiges Touren an und hört, dass die Band gewachsen und auf einem guten Weg ist. Eine ganz eigene Definition von Hardcore hat man sich mit dem Klassiker und Vorzeigewerk Isolation ohnehin schon geschaffen. Wanderlust ist eben nur Fine Tuning – Ein Lebenszeichen. Aber ein Gutes!

Der Opener Wanderlust ist gleich ein Brocken – Gewohnt drückend spürt man im Sound fast das Elend und die Verzweiflung, die Carpathian in ihren Texten verarbeiten. Ironheart manifestiert sich zum Highlight der EP und überrennt den Hörer mit einem brachialen Einstieg und fetzigen Tempowechseln. Sänger Martin Kirby schafft es unglaublich abwechslungsreich zu klingen und gleichzeitig durchgehend brutal. Absolute Glanzleistung seinerseits! Monochrome setzt wieder mehr auf Atmosphäre, ist ähnlich vielfältig und macht einfach nur Lust auf mehr neues Material von Carpathian. Das Joy Division Cover Shadowplay sorgt für einen fast fröhlichen Abgang und lässt die Platte perfekt und melodisch ausklingen. Ein Unterhaltungssong für Carpathian-Verhältnisse.

Wanderlust ist eine gute EP, ein Vorbote für ein hoffentlich ähnlich gutes Album.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt. Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können. Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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