Carnifex - Until I Feel Nothing
Bewertung8
8Gesamtwertung

Carnifex sind zurück und fast hätten wir es verpasst eine Review zu ‚Until I Feel Nothing‘ zu verfassen. Schließlich erschien das neue Werk der Deathcore Band aus San Diego bereits Ende letzten Jahres. Aber: Besser spät als nie und der Nachfolger des überragenden ‚Hell Chose Me‘ gehört in jedem Fall mit einer Review gewürdigt.

Beim erwähnten Vorgänger ‚Hell Chose Me‘ haben Carnifex alles richtig gemacht. Das Teil war ein technisches Meisterwerk, lyrisch biestiger als alles Andere und vom Sound her satt und brutal. So soll es sein! Die Erwartungen an ‚Until I Feel Nothing‘ sind demnach hoch. Mit Tim Lambesis (As I Lay Dying) als Produzent hat man zumindest im Bereich der Klänge schon mal nichts dem Zufall überlassen.

Der Sound der LP ist brutal und satt, jedoch nicht so druckvoll wie man es von Carnifex kennt. Hier hat man auf einen raueren Sound gesetzt, was die Scheibe sehr autenthisch macht und der Band durchaus gut steht! Weniger Deathcore, mehr Death-Metal. Und doch bleiben Carnifex ihren Wurzeln treu: Schwindelerregend schnelle Riffs für die die Saiten-Abteilung sicher ihre Seelen verkauft hat, donnernde Drums mit Double-Bass-Highlights und der gewohnt fiese, technisch brillante ‚Gesang‘ von Scott Lewis.

Insgesamt spielen die Songs auf ‚Until I Feel Nothing‘ perfekt zusammen. Dieses Album ist als Gesamtwerk zu verstehen, während man bei ‚Hell Chose Me‘ eher einzelne, starke Tracks hatte. Nahezu harmonisch gehen Songs ineinander über ohne, dass Carnifex an Härte verloren haben. Problemlos schüttelt sich die Band wie gewohnt die brutalsten Breaks aus den Ärmeln um sie dem Hörer wie bluttriefende Fäuste um die Ohren zu ballern. Doch obwohl ‚Until I Feel Nothing‘ wiederum als Deathcore-Meisterwerk herauszustellen ist, leidet das Werk in einem Punkt: Abwechslung muss weichen für Gesamtdichte der Platte. Segen und Fluch.

‚Until I Feel Nothing‘ ist nicht das überraschende, große Highlight wie ‚Hell Chose Me‘ und doch ist es ein Album, von dem manch andere Band nur träumen kann. Carnifex sind und bleiben ganz großes Kino!

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt.
Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können.
Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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