Carnifex - Hell Chose Me
Bewertung9
9Gesamtwertung

2008 boomte die Deathcore-Welle und aus jeder Ecke der Welt kamen teuflisch böse Acts auf uns zu um in guter alter Death Metal Manier, gemixt mit einer vernünftigen Portion Core zu polarisieren. Es gab viel Kritik seitens der Death Metal-Fanbase und vor allem gab es auch eins: Einheitsbrei. So interessant Kapellen aus dem Deathcore-Bereich auch waren – Viele klangen doch einfach nur gleich.

Carnifex aus San Diego, Kalifornien waren anders. Auch wenn Sound und Technik noch nicht ausgereift waren, so stachen Carnifex doch in einer Sache heraus: Die Band war von Anfang an eine der Biestigsten. The Diseased and The Poisoned war ein Monster, das Gehörgänge einnahm und zerfetzte wie kaum ein anderes Werk dieses Genres.

Nun liegt das aktuelle Album der Band vor. Hohe Erwartungen werden an Hell Chose Me gestellt und gleich zu Beginn fühlt man sich als Deathcore-Fan wohl. Der Opener startet mit bösem gegrowle bevor Carnifex den Zuhörer überrollen wie eine Dampfwalze mit Lowrider Hydraulik. Open your ears, hear my sweet tragedy, open your mouth and drink my sick blasphemy keift es aus den Boxen, als hätte sich der Leibhaftige höchstpersönlich dort eingenistet.

Ähnlich geht es in die nächste Runde mit Dead Archetype: First I’ll slit your throat and let you bleed out. Then I’ll use a knife to carve your eyes out. Das ist fies und fetzt mehr als ein Rindersteak inmitten einer Horde von Rottweilern. Das ist was man von Deathcore erwartet. Nur hochwertiger, schneller, besser. Carnifex zeigen wie es geht.

Names Mean Nothing ist einer der größten Songs, die je Ihren Weg aus der Hölle in meinen Player gefunden haben. Brutal auf hohem Niveau. Mit Heartless zeigen sich Carnifex abwechslungsreich und liefern dem Zuhörer fast so was wie eine Ballade – Für Carnifex Verhältnisse. Ganz großes Splatter-Kino. Technisch brillant. Carnifex sind erwachsen geworden müssen spätestens ab diesem Song zur aktuellen Deathcore-Speerspitze gezählt werden.

Sänger Scott Lewis zeigt sich absolut abwechslungsreich: Biestig, böse und kreischend. Der Sound ist Druckvoll, die Musik ein technisches Meisterwerk! Tempowechsel, Breaks – Hell Chose Me hat alles was das Deathcore-Herz begehrt und ist wie ein angenehmer Schlag in die Fresse. Dabei klingt das Album erwachsen und dürfte sogar ein paar alteingesessene Death Metal Fans erreichen.

Hell Chose Me ist ein absolutes Highlight und dürfte selbst Hörer über die Szene hinaus erreichen. Dieses Werk begeistert von der ersten Minute und zählt zum Besten, was Deathcore bisher hervorgebracht hat.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt. Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können. Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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