Caliban - I Am Nemesis
Bewertung9
9Gesamtwertung

Caliban gelten als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Metalcore Szene und doch spalten sich die Meinungen über die Band. Zum Einen polarisiert Sänger Andreas Dörner mit seinem Stil (‚Kajaliban‘) zum Anderen müssen Caliban immer wieder mit dem Vorwurf kämpfen, sich musikalisch zu sehr bei anderen Bands zu bedienen. Der Erfolg der bisherigen Outputs steht hingegen auf der ‚Haben-Seite‘ der Ruhrpotter. Persönlich war ich ein großer Fan der Band und die Alben ‚Shadow Hearts‘ und das von Anders Fridén produzierte ‚The Opposite From Within‘ liefen in Dauerrotation.

‚I Am Nemesis‘ ist bereits das achte Album von Caliban und sorgt schon für Aufhorchen, bevor ich den ersten Ton hören konnte. In sämtlichen Online-Magazinen und Social Networks entsteht ein regelrechter Hype um das aktuelle Werk der Band und die Szene feiert das Album. Das und die Tatsache, dass Caliban sich für ‚I Am Nemesis‘ drei Jahre Zeit gelassen und Mitch Lucker (Suicide Silence), Marcus Bishoff (Heaven Shall Burn) und As Blood Runs Black als Gastsänger auf der Scheibe verewigt haben, schraubt die Erwartungen natürlich nach oben.

Schon der erste Durchgang der Platte schreit danach meinen Erwartungen gerecht zu werden. Caliban präsentieren sich technisch auf höchstem Niveau. Das Songwriting ist abwechslungsreich, die Songs sind treibend und hämmern sich druckvoll ins Gehör. ‚I Am Nemesis‘ entpuppt sich als Metalcore Bastard, dem Caliban den richtigen Mix aus Metal und Death Elementen verpasst haben.

Die Platte strotzt vor mitreissender Details und Melodien die von brutalen Breakdowns und Riffs überrollt werden. Das Ding kann und will einfach nicht langweilig werden. Die klaren Gesangsparts betten sich perfekt in die Songstrukturen ein, wirken niemals aufgesetzt und sorgen dafür, dass man die Songs nie wieder vergisst. Natürlich erinnern Caliban an Parkway Drive, For The Fallen Dreams oder auch Misery Signals und doch definieren sie ihren ganz eigenen Stil und überzeugen durch Detailverliebtheit und Abwechslung. In einer Musikrichtung in der es kaum Revolutionen gibt, schaffen Caliban mit ‚I Am Nemesis‘ ein durchdachtes Highlight, das mit internationalen Szene-Speerspitzen problemlos mithalten kann.

Messen müssen sich Caliban nach 15 Jahren Bandgeschichte und acht Alben eigentlich nicht mehr. Mit ‚I Am Nemesis‘ beweist die Band eindrucksvoll, dass mit ihnen immer zu rechnen ist. Es ist wie die Wiederauferstehung einer Band, die nie tot war und sich immer treu geblieben ist. Feiert dieses Album! Caliban haben es sich selbst erarbeitet und verdient. An ‚I Am Nemesis‘ wird man sich erinnern.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt.
Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können.
Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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