Bleeding Through - The Great Fire
Bewertung7
7Gesamtwertung

Bleeding Through zählen zu den Mitbegründern des Metalcore und müssen eigentlich niemandem mehr vorgestellt werden. Doch Hand aufs Herz: Auch wenn die Band aus Kalifornien Vorbild für viele Kapellen im Metalcore war, so überzeugten sie doch vor allem live, während die Platten meist nicht mehr waren als solide und ’nett‘. Ob es an den druckvollen Songs liegt, die bei Shows besser in Szene gesetzt werden können oder daran mit Marta Peterson am Keyboard eine der wenigen Frauen der Szene zu präsentieren ist für mich nicht klar erkennbar und doch konnte auch mich die Band live immer mitreißen, während die Alben nur ‚ab und zu mal kurz‘ den Weg in den CD-Player fanden.

Mit ‚The Great Fire‘ legen Bleeding Through bereits den siebten Longplayer der Bandgeschichte vor und machen grundsätzlich nichts falsch. Bleeding Through hören sich gleich zu Beginn an wie eh und je. Die Band hat in jedem Fall Wiedererkennungswert! Es kracht an allen Ecken, Sänger Brandan Schieppati liefert grundsolides Geshoute aber auch guten Gesang, untermalt wird das Ganze durch Synthi-Gedudel und ab und an bricht ein verdammt brachialer Breakdown über den Hörer hinein und macht jeden Hauch von Melodie dem Erdboden gleich. Kopfschütteln ist angesagt! In diesem Absatz erzähle ich dem Leser also absolute nichts Neues.

‚The Great Fire‘ ist aber auch genau das – Nichts Neues. Und doch haben Bleeding Through eine gute, wenn auch klitzekleine Entwicklung durchgemacht. Die Produktion ist mächtig stark! Hier kann das neue Album in jedem Fall überzeugen. Was ist es dann was eine Bleeding Through Platte so gewöhnlich macht? Klar haben Bleeding Through teilweise vorgemacht wie es geht und doch wissen andere Bands des Genres gewisse Elemente einfach besser oder ’sparsamer‘ einzusetzen.

Beim Hören der Platte fühle ich mich leicht überladen. Synthie-Klänge sind hier lange keine Highlights mehr, sondern überfluten das Album und sorgen zumindest bei den ersten Hördurchgängen für Chaos, wirken eventuell sogar störend. Insgesamt ist mir das Ganze immer ein bisschen zu viel, denn es vergeht kaum einer der Songs ohne fetten Breakdown, Klargesang-Passage oder Keyboards in der Dauerbeschallung. Hier und da ein Bisschen würde die einzelnen Elemente sicher interessanter machen.

Ansonsten bleibt zu ‚The Great Fire‘ zu sagen, dass Bleeding Through ein Werk vorgelegt haben, das 14 Einzelstücke enthält, die teilweise einfach etwas aufgesetzt wirken und eben keinen packenden ‚Album-Fluss‘ bilden, der die LP als Gesamtwerk erkennen lässt. Trotzdem macht die Band auch mit dieser Scheibe nichts falsch und ich denke live wird man mit den neuen Songs wieder mehr als überzeugen.

Über den Autor

Über Tool, Nine Inch Nails und Slipknot bis hin zu Deftones habe ich schon früh meine Begeisterung für harte und ehrliche Musik, gemacht mit Hand und Herz, entdeckt.
Hardcore wurde dann zu meiner persönlichen, musikalischen Heimat, als ich 2002 vor der Bühne stand während Comeback Kid und Raised Fist mir diese neue Welt eröffneten. Bis heute begeistert mich, wie Bands derart ehrliche Musik in einem Gewand aus Wut, musikalischer Brillanz und greifbarem Songwriting verpacken können.
Bereits jetzt habe ich dank dieser Musik so unendlich viel erlebt, Bands kommen und gehen sehen (Have Heart, Carpathian, Sierra uvm.), unzählige Menschen kennengelernt und überragende Alben für die Ewigkeit gehört. Auf die nächsten 15 Jahre!

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